Alles, was du über Lastenrad Crashtests wissen musst

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In den vergangenen Jahren haben einige Lastenrad-Crashtests mit dramatischen Szenen medial für Furore gesorgt. Bilder von Kinder-Dummies, die durch die Luft fliegen, von Boxen, die zerbersten und Gurten, die reißen. Die Test-Ergebnisse mögen korrekt sein, die generalisierende Übertragung auf die gesamte Lastenrad-Kategorie allerdings ist bedenklich. Denn es fehlen Standardprüfverfahren, unter welchen sich die Hersteller untereinander vergleichen lassen. 

Ca Go Crashtest Seitenkollision mit PKW Front

Zusammenarbeit mit der Steinacker Gruppe

Uns hat die Berichterstattung auch deshalb so intensiv beschäftigt, weil der maximale Schutz von Kindern die Initialzündung für Ca Go war. Und weil die Validierung der Sicherheit unserer Produkte das Fundament unserer Marke bildet. Wir haben viel Forschungs- und Konstruktionsarbeit in unsere Transportbox und unsere umfassenden Sitz- und Rückhaltesysteme gesteckt.

Zudem haben wir direkt nach unserer Gründung eine Zusammenarbeit mit der Steinacker Gruppe gestartet, einem der führenden Sachverständigen für u.a. Maschinenwesen, Unfallrekonstruktion und technische Überwachung. Wir beauftragten Dr. Tobias Steinacker und sein Team mit der Prüfung der Sicherheitsaspekte unserer Box und der Unfalleigenschaften des FS200 bei Crash Tests. 

Hier möchten wir euch kurz vorstellen, welche Art der Tests wir vorgenommen haben.

Testreihen entwickeln

Da die vorhandenen Crash Tests nicht genormt sind, hat die Steinacker Gruppe analysiert, welche Fälle aus der Unfallforschungen bekannt und welche Situationen beim Lastenradfahren potenziell gefährlich sind und daraus entsprechende Testreihen entwickelt.

Materialprüfung: Werkstoffbelastbarkeiten

Die Eigenschaften unserer Box haben wir anhand der Stoßabsorption nach dem Fallturmversuch (dynamisch) und der seitlichen Steifigkeit des Fahrgastraums (statisch) durchgeführt. Dem Prüfverfahren wurde unter anderem eine Norm aus dem Motorradbereich zugrunde gelegt. 

Das Ergebnis bestätigt die hervorragenden Energieabsorptionseigenschaften und das Rückstellvermögen des Materials unserer Wahl: aus expandiertem Polypropylen. Der Partikelschaum EPP erfreut sich auch im Automotive Bereich großer Beliebtheit, wo er u.a. in Stoßfänger-Systemen eingesetzt wird. Das von uns eingesetzte EPP mit einer Dichte von 60 g/dm³ zeigte einen deutlich sanfteren und flacheren Kurvenanstieg als die anderen getesteten Lastenradbox-Materialien wie EPP mit einer Dichte von 90 g/dm³, fünfschichtige Multiplex Sperrholzplatten und ein AirMesh-Gewebe.

 

Ca Go CTS Crashtest Seitenkollision mit PKW Front, Sicherheitsfahrgastzelle und Dummy im Vordergrund

Durchgeführte Crashtests

Seitliches Kippverhalten

Wichtig war uns zudem, das seitliche Kippverhalten unseres F200 (mit zwei Kinder-Dummys als Insassen) zu prüfen, sowohl im Stand wie in Fahrt (bei 25 km/h). Das ist deshalb ein wichtiger Test, weil jeder Unfall damit endet, dass das Fahrrad zur Seite fällt. Es hat sich bestätigt, dass durch den seitlichen EPP-Kragen das Verletzungsrisiko des Kopfes deutlich reduziert wird.

Ca Go CTS Crashtest Seitliches Kippverhalten

Seitenkollision mit PKW-Front

Die Seitenkollision ist leider ein häufiges Unfallszenario. Bei dem Test wurde das FS200 durch die Wucht des mit 25 km/h auf die Box treffenden PKWs einige Meter von der Kollisionsstelle weggeschoben. Es war eine Deformation der Box erkennbar, die sich nach dem Aufprall aber wiederum vollständig zurückstellte. Die Beschleunigungswerte des Dummy-Kopfes waren zwar beachtlich, allerdings konnte durch die Messungen bestätigt werden, dass unter den gegebenen Testbedingungen für das Kind in der Box kein ernsthaftes Verletzungsrisiko besteht.

Ca Go CTS Crashtest Seitenkollision mit PKW Front Testaufbau

Frontalkollision gegen PKW-Heck

Zudem haben wir unser FS200 einer Frontalkollision unterzogen, wie sie die Basler Versicherung 2020 in ihrem (medial für Aufsehen sorgenden) Lastenrad-Crashtest durchgeführt hat: ein Heckaufpralltest bei 25 km/h auf einen stillstehenden PKW. Im Test der Basler Versicherung hätten die Kinder in der Holzbox schwere bis tödliche Verletzungen davongetragen. 

Ganz anders beim FS200. Die EPP-Box konnte einen guten Teil des Impacts absorbieren. Zudem zeigte sich, dass die Kindersitze, Gurtsysteme, Kopfstützen und Schutzkragen auch in dynamischen Vorgängen sehr gut funktionieren. Das heißt, dass bei einem Aufprall mit einem FS200 das Verletzungsrisiko für die Passagiere gering ist. Die Messwerte liegen etwa um mehr als das Siebenfache unter dem Grenzwert, bei dem ein Motorradhelm als sicher gilt, wenn es um die Maximalbeschleunigung des Kopfes geht.

Ca Go CTS Crashtest Frontalkollision gegen PKW-Heck

Die Funktionsweisen unserer Sicherheitsfahrgastzelle im Detail:

  • Die verstellbaren Kopfstützen der Sitze und die hohen Schulterlinien der Box maximieren die Sicherheit der Insassen nach innen und außen.
  • Der Sicherheitskragen Ortho-Safety-Collar, reduziert im Falle eines Aufpralls die Wucht signifikant. Er sorgt dafür, dass nur ein Minimum der Energie tatsächlich den Körper des Kindes erreicht und verhindert gemeinsam mit den Kopfstützen auch das Überstrecken des Nackens
  • Der 5-Punkt-Gurt verhindert das „Abtauchen“ der Passagiere bei Frontalunfällen. Bei herkömmlichen 2-Punkt-Beckengurten kann der Kinderkörper nach unten gezogen werden. Durch dieses sogenannte „submarining“ verrutscht der Gurt bis auf Bauch- oder Brusthöhe und kann schwere bis tödliche Verletzungen hervorrufen.
Ca Go CTS Crashtest Dummy in der Box_211102

Wir sind stolz darauf, dass die Experten eine Fahrt im FS200 für ein Kind als sicher bewerten – auch wenn wir weiterhin an jeglichen Optimierungen tüfteln und feilen.

Zum Abschluss das Urteil von Dr. Tobias Steinacker, das uns sehr gefreut hat: „Das Sicherheitskonzept des Ca Go FS200 hat mich nach den durchgeführten Crashtests absolut überzeugt. Highlight ist vor allem der Ortho-Safety-Collar mit Ähnlichkeit zum Rennsport und damit die hervorragend umgesetzte Idee, die passive Sicherheit der transportierten Kinder zu steigern.“