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Nabenschaltung oder Kettenschaltung? Welches System passt zu dir?

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Nabe oder Kette? Wir vergleichen beide Schaltsysteme am Lastenrad: Wartungsaufwand, Übersetzungsbandbreite und Einsatz im Stadtverkehr. So findest du die Schaltung, die zu deinen Strecken passt.

Hinterrad des Ca Go FS Life mit Riemen.

Kurz gesagt

  • Ob Nabenschaltung oder Kettenschaltung besser passt, hängt von deinem Alltag ab: von deinen Strecken, den Steigungen, der Zuladung und dem Wartungsaufwand.
  • Die Kettenschaltung bietet viele Gänge und schaltet unter Last. Sie läuft offen, braucht regelmäßige Pflege, und ihre Kette nutzt sich ab, besonders am E-Lastenrad mit Mittelmotor.
  • Die Nabenschaltung sitzt geschützt im Hinterrad und kommt in der Regel mit der jährlichen Inspektion aus. Der Gangwechsel klappt auch im Stand.
  • Hochwertige Naben wie Enviolo schalten stufenlos und erreichen laut Hersteller 380 % Übersetzungsbandbreite. Einsteigermodelle bieten fünf bis acht Gänge.
  • Am E-Lastenrad empfehlen wir die Nabenschaltung, besonders mit Gates Riemen. Wer die Kettenschaltung gewohnt ist, kommt aber auch am Lastenrad gut damit zurecht.

Jedes Fahrrad braucht eine Gangschaltung. Am Lastenrad entscheidet sie mit darüber, ob du stressfrei durch den Stadtverkehr rollst oder am Hang kämpfst. Wir vergleichen die beiden gängigen Fahrradschaltungen und zeigen dir ihre Vorteile und Nachteile. So findest du das Bike, das zu deinen Wegen passt.

Wozu dient eine Gangschaltung am Fahrrad?

Jeder Gang hat eine eigene Übersetzung. Sie beschreibt, wie oft sich das Hinterrad bei einer Kurbelumdrehung dreht. Fachleute nennen das Übersetzungsverhältnis: Zähne am Kettenblatt geteilt durch Zähne am Ritzel ergeben den Wert. Ein leichter Gang mit niedriger Übersetzung bringt dich kraftsparend, aber langsam bergauf. Ein schwerer Gang mit hoher Übersetzung hält dich auf der Ebene oder bergab in einer passenden Trittfrequenz, also bei einer angenehmen Zahl an Kurbelumdrehungen pro Minute.

Welche Schaltsysteme gibt es?

Die Schaltungsarten unterscheiden sich in ihrer Bauart. Bei der Kettenschaltung führen Zahnräder die Kette. Bei der Nabenschaltung sitzt ein Getriebe in der Hinterradnabe. Bei der Tretlagerschaltung steckt das Getriebe im Rahmen, am Tretlager. Die ersten beiden Systeme sitzen an Citybikes und Trekkingrädern, auch an E-Lastenrädern.

Was ist eine Kettenschaltung?

Eine Kettenschaltung erkennst du an den vielen Zahnrädern am Tretlager vorn (ein Kettenblatt oder bis zu drei Kettenblätter) und an der Hinterradnabe (neun bis zwölf sogenannte Ritzel, die eine Ritzel-Kassette bilden). Am Hinterbau des Fahrrads sitzt ein Schaltwerk, das von einem Schalthebel via Bowdenzug angesteuert wird und mit Leitrollen die Kette von Ritzel zu Ritzel bewegt. Vorn arbeitet ein Umwerfer nach dem gleichen Prinzip und schiebt die Kette mittels eines Leitblechs von Kettenblatt zu Kettenblatt. E-Bikes, die im Alltag genutzt werden sollen, haben heutzutage meist nur noch ein Kettenblatt vorn, da die Bandbreite moderner Schaltwerke in der Regel groß genug ist. Das reduziert die Komplexität der Bedienung, der Fahrer oder die Fahrerin muss nicht mehr über die Gänge vorn und hinten nachdenken. Die Kettenschaltung kannst du gut als solche identifizieren, weil sie ein offenes System ist; die Antriebsteile sind nicht oder nur leicht vor Umwelteinflüssen geschützt. Deshalb sollte der Antrieb einer Kettenschaltung regelmäßig von Dreck befreit und geschmiert werden.

Welche Vorteile hat eine Kettenschaltung?

Die moderne Kettenschaltung arbeitet effizient und bietet eine große Übersetzungsbandbreite. So stehen viele Gänge für steile Steigungen und schnelle Abfahrten bereit. Das System ist bewährt: Unterwegs gibt es schnell Ersatzteile und Hilfe. Außerdem funktioniert der Schaltvorgang unter Last: Ein Gangwechsel am Lenker genügt, das Treten läuft weiter, und die Kette wandert auf das gewünschte Ritzel.

Blaues Ca Go CS mit Fokus auf dem Hinterrad. Das Fahrrad hat eine Kette.

Welche Nachteile hat eine Kettenschaltung?

Die offene Bauart verlangt Pflege. Schmutz und Nässe belasten den Antrieb, deshalb gehören regelmäßiges Reinigen und Schmieren dazu. Zudem nutzt sich die Kette ab. Wie schnell, hängt von der Beanspruchung ab: Ein E-Cargobike mit kräftigem Mittelmotor, also einem Motor am Tretlager, fordert die Kette stärker als ein leichtes Citybike. Ein Blick in festen Abständen zeigt, wann ein Tausch ansteht. Mehrere Kettenblätter machen den Schaltvorgang außerdem komplizierter.

Kann ich eine Kettenschaltung selbst reparieren?

Ja, wenn du dir das zutraust. Die offene Bauart hilft dir dabei. Mit dem passenden Werkzeug gelingt der Kettentausch in wenigen Minuten. Auch Schaltwerk und Kassette tauschen oder justieren geübte Schrauberinnen und Schrauber selbst. Dafür braucht es allerdings Erfahrung. Bei Unsicherheit übernimmt eine Händlerin oder ein Händler die Arbeit. So bleibst du sicher unterwegs.

Was ist eine Nabenschaltung?

Die Nabenschaltung kommt mit weniger sichtbaren Teilen aus: ein Kettenblatt vorn und ein Ritzel hinten. Für die Übersetzung sorgt ein Planetengetriebe innerhalb der Hinterradnabe. Ein Bowdenzug vom Lenker legt den Gang ein – anders als bei der Kettenschaltung ist das auch im Stand an der Ampel möglich. Schalten unter Last solltest du nicht, hör während der Fahrt kurz auf zu treten, wenn du den Gang wechselst. Günstige Nabenschaltungen haben meist nur fünf bis acht Gänge und bieten damit deutlich weniger Abstufungen als Kettenschaltungen. Überdies können sie relativ schwer sein. Hochwertige Nabenschaltungen wie die Modelle von Enviolo, die wir auch bei Ca Go einsetzen, bieten eine große Übersetzungsbandbreite, die selbst einige Kettenschaltungen nicht erreichen. Darüber hinaus können Enviolo-Schaltungen stufenlos schalten und mögliche Nachteile hinsichtlich des Gewichts sind im Hinblick auf das Gesamtgewicht eines Lastenrads unerheblich.

Welche Vorteile hat eine Nabenschaltung?

Die Nabe sitzt geschützt im Gehäuse. Schmutz und Nässe erreichen das Getriebe kaum. In der Regel genügt der Check bei der jährlichen Inspektion. Das senkt den Wartungsaufwand und sorgt für Wartungsarmut im Alltag. Die Kette bleibt trotzdem im Einsatz: Mit regelmäßigem Reinigen und Schmieren bleibt sie haltbar. Alternativ eignet sich ein Carbonriemen. Er passt zur Nabenschaltung, nicht zur Kettenschaltung. Der Drehgriff von Enviolo ist bedienerfreundlich.

Hinterradnabe des Ca Go FS Life.

Welche Nachteile hat eine Nabenschaltung?

Eine große Übersetzungsbandbreite bieten nur hochwertige Naben. Sie kosten in der Anschaffung mehr als vergleichbare Kettenschaltungen. Außerdem wiegen Naben etwas mehr. Bei Einsteigermodellen fehlen Gänge für lange Steigungen, weil fünf bis acht Gangstufen weniger Abstufung bieten als eine Kassette mit neun bis zwölf Ritzeln.

Kann ich eine Nabenschaltung selbst reparieren?

Eher nicht. Bei günstigen Modellen kannst du die Zugspannung anpassen, falls die Gänge sich nicht einwandfrei einlegen lassen. Bei komplexeren Problemen solltest du eine Werkstatt aufsuchen – was bei hochwertigen Nabenschaltungen zum Glück nur sehr selten notwendig ist.

Hat eine Nabenschaltung immer eine Rücktrittbremse?

Nein. Viele kennen die Dreigang-Nabe mit Rücktrittbremse aus der Kindheit und denken deshalb beide zusammen. Ein Tritt rückwärts auf die Pedale löst die Rücktrittbremse aus. Shimano baut die Nexus mit acht Gängen mit Rücktrittbremse und mit Freilauf. Der Freilauf entkoppelt die Pedale vom Hinterrad, sobald das Treten aufhört. Am E-Lastenrad bremsen hydraulische Scheibenbremsen.

Unsere FS-Modelle haben vorn eine Magura-Bremse mit 203-Millimeter-Scheibe, hinten eine Magura mit vier Kolben und 220-Millimeter-Scheibe. Das gibt dir Sicherheitsreserve beim Abbremsen mit Zuladung.

Überblick: Vor- und Nachteile von Naben- und Kettenschaltungen

 Kettenschaltung  Nabenschaltung
     
+Große Gangbandbreite möglich +Vor Nässe und Dreck geschützt
+Leicht zu warten, gute Verfügbarkeit von Ersatzteilen +Wenig Verschleiß
+Etwas weniger Gewicht als eine Nabenschaltung +Perfekt mit Carbonriemen kombinierbar
+Gangwechsel unter Last +Einfache Bedienung
     
-Pflegebedürftig, da viel Nässe und Dreck ausgesetzt -Große Übersetzungsbandbreite nur im Premiumbereich
-Schalten mit mehreren Kettenblättern ist kompliziert -Leistungsfähige Nabenschaltungen teurer als vergleichbare Kettenschaltungen
-Keine Antriebsriemen möglich   

Nabenschaltung oder Kettenschaltung am E-Lastenrad?

Zurück zur Ausgangsfrage: Was ist besser, Nabenschaltung oder Kettenschaltung? Die Kettenschaltung punktet bei der Anschaffung mit einem etwas besseren Verhältnis von Preis und Anzahl der Gänge. Wer das System schon kennt, kommt auch am neuen Pedelec oder E-Lastenrad mit der Kettenschaltung zurecht.
Eine Nabenschaltung ist, insbesondere in Kombination mit einem Carbonriemen, ein Rundum-Sorglos-Paket, das wenig Aufwand bei der Wartung verspricht. Um das Potenzial an einem Alltagsfahrzeug wie einem Ca Go CS bestmöglich zu nutzen, sollte es jedoch keine einfache Fünfgang-Schaltung sein, sondern ein hochwertiges, zum Bike passendes System, zum Beispiel von Enviolo.

Mit Nabenschaltung oder mit Kettenschaltung: Finde jetzt das für dich passende E-Lastenrad bei Ca Go.

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