Riemen oder Kette? Welcher Antrieb ist der richtige für dich?

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Ein Carbonriemen kann die bessere Alternative zur altbewährten Fahrradkette sein. Für den Riemen sprechen in erster Linie die längere Haltbarkeit und weniger Aufwand bei der Reinigung. Wir erklären die Vor- und Nachteile von Riemen gegenüber Ketten und inwieweit ein Riemenantrieb am E-Lastenrad sinnvoll ist.

Riemen oder Kette?

Ist ein Riemen besser als eine Kette?

Nie wieder Kettenantrieb reinigen und ölen, kein Geschmiere mehr an den Hosenbeinen! Der offensichtlichste Vorteil von Antriebsriemen am Fahrrad und E-Bike ist, dass kein Öl mehr im System ist, das Schmutz anzieht und weiter verteilt. Carbonriemen benötigen keinen Schmierstoff, es reicht, wenn du den gröbsten Schmutz mit Wasser und einem Tuch abwischst. Auch ohne Schmierstoff macht der Riemen so gut wie kein Geräusch beim Fahren, die Kraftübertragung ist auf ähnlichem Niveau wie bei einer ordentlich gepflegten Kette. Klingt alles erst mal gut – warum fährt dann die Masse der Fahrräder mit und ohne Elektromotor bisher nicht mit dieser neuen Antriebsart?
Zunächst funktioniert der Riemen nur mit Naben- oder Getriebeschaltungen sowie an Singlespeedbikes. Kettenschaltungen und Riemen passen – das steht schon im Namen – nicht zusammen. Ketten hingegen sind flexibler und können in Kombination mit allen Schaltungsarten genutzt werden. Ist die Kette also doch besser als der Riemen?
Beide Systeme haben Vor- und Nachteile. Auch unsere E-Lastenräder bieten wir in verschiedenen Ausstattungsvarianten mit Kette und mit Riemen an. Für welches System du dich am Ende entscheidest, hängt von mehreren Faktoren ab.

Kette oder Riemen: Was hält länger?

Ein wesentliches Argument für den Riemenantrieb ist die Lebensdauer: Selbst bei optimaler Pflege kommen Ketten selten auf 10.000 Kilometer Laufleistung, empfohlen wird zumeist sogar, eine Kette nach 2.000 oder 3.000 Kilometer zu wechseln. Mit der Zeit dehnt sich die Kette aus und droht irgendwann, Ritzel zu beschädigen. Infolgedessen kann die Kette dann beim Treten sogar durchrutschen, was im schlimmsten Fall sogar Radler*innen zu Fall bringen kann. Riemenhersteller werben damit, dass fünfstellige Kilometerzahlen mit ihrem Antriebssystem locker drin sind. Dass Riemen schneller reißen als Fahrradketten, ist folglich ein Mythos.

Nachteile des Riemens

Für viele Radfahrerinnen und Radfahrer bietet eine Kettenschaltung die beste Übersetzungsbandbreite, wenn Sie in hügeligen Gegenden oder Städten unterwegs sind. Das ist umso wichtiger bei Lastenrädern, die es bei Anstiegen ungleich schwerer haben. Übrigens: Auch mit potenter Motorunterstützung solltest du immer den passenden Gang einlegen. Damit verlängerst du die Lebensdauer deiner Antriebsteile – egal ob Kette oder Riemen. Um diesen Nachteil auszugleichen, haben wir Ca Go Bikes wie das FS200 Life in der Ausstattung Family-Plus übrigens mit hochwertigen Nabenschaltungen ausgestattet, zum Beispiel von Enviolo. Sie bieten eine ähnliche Übersetzung wie Kettenschaltungen und es gibt sie sogar mit Schaltautomatik.
Zugegeben: Fahrräder und E-Bikes mit Riemen kosten in der Regel etwas mehr als Modelle mit Kettenschaltung. Dass der Riemen teurer ist, kann man jedoch pauschal nicht sagen.

Riemen oder Kette?

Was ist günstiger?

Um die Kosten von Ketten und Riemen miteinander zu vergleichen, solltest du nicht nur die Anschaffung, sondern auch die Lebensdauer ins Verhältnis setzen. Wenn der Riemen zwar doppelt so teuer wie eine Kette ist, aber dreimal so lange hält, kommst du auf Dauer günstiger weg. Überdies kann dir der Riemen nicht nur einige Euro sparen, sondern auch Zeit, die du oder dein Fahrradmechaniker beim Reinigen und Wechseln der Antriebsteile einer Kettenschaltung verbringst. Aber: Wenn der Riemen mal Service braucht, ist der Aufwand ungleich größer.

Service: Was ist wartungsintensiver?

Während eine Kette zwar gereinigt werden muss, aber mit geübten Händen schnell gewechselt ist, dauern Ein- und Ausbauen des Riemens etwas länger. Zunächst: Um den Riemen unter Spannung zu halten, muss bei vielen E-Bikes der Rahmen geöffnet und der Riemen als Ganzes auf die Ritzel gebracht werden. Zusätzlich muss das Hinterrad exakt ausgerichtet werden. Bei unseren Ca Go Bikes mit Riemenantrieb verwenden wir einen Spanner, der die Montage etwas erleichtert. Im Fall einer Reifenpanne das Hinterrad zur Reparatur auszubauen ist indes selbst für geübte Radlerinnen und Radler keine alltägliche Aufgabe.

Kette oder Riemen: Was ist wintertauglicher?

Insbesondere im Winter kommt das System Kettenschaltung an seine Grenzen: Streusalz und Feuchtigkeit setzen dem Material zu. In dieser Jahreszeit kann der Riemen – nun ja, vielleicht nicht glänzen, aber er fängt definitiv keinen Rost und quietscht nicht.

Welcher Antrieb ist für welchen Radtyp geeignet?

Sorgenfrei fahren im Winter, weniger Wartung insgesamt: Der Riemen spielt seine Stärken eindeutig an Alltagsfahrrädern aus. Und ganz nebenbei kannst du auch Reinigungstuch und Kettenöl im Rad-Urlaub zu Hause lassen. Klar, dass ein Carbonriemen auch an viel beanspruchten E-Lastenrädern, wie unserem FS200 Vario eine gute Wahl ist. Grundsätzlich gilt, dass besonders E-Bikes profitieren, da die Last vom Mittelmotor zur Hinterradnabe insgesamt größer ist, was bei Ketten zu höherem Verschleiß führt.
Sportfahrräder – Mountainbikes, Rennräder, Gravelbikes – werden auch in absehbarer Zeit mit Kettenschaltung angetrieben. Dafür spricht nicht nur das geringere Gewicht, sondern auch das dynamische und breitbandige Schaltverhalten.

Für wen ist ein Riemenantrieb geeignet?

Für alle, die viel, lange und sorgenfrei fahren möchten. Selbst bei hoher Beanspruchung und wenig Pflege dürfte ein Riemen über Jahre keine Probleme verursachen. Der jährliche Radservice, den du ohnehin bei E-Bikes in Anspruch nehmen solltest, sollte verschlissene Riemen rechtzeitig erkennen. Kurzum: Im Alltag, wenn es in erster Linie auf Zuverlässigkeit ankommt, dürfte der Riemen für viele Radfahrende die bessere Wahl sein.

Riemen oder Kette?

Für wen ist ein Kettenantrieb geeignet?

Grundsätzlich sind Kettenantriebe immer da im Einsatz, wo wir über Sport sprechen. Mountainbiker*innen, Rennradfahrer*innen oder auch performance orientierte Gravelbiker*innen fahren mit Kette. Darüber hinaus: Wer sich ein wenig mit Fahrrädern auskennt und seinem Gefährt auch gelegentlich gern Aufmerksamkeit in Form von Reinigungsmittel und Öl zukommen lässt, dürfte mit einer Kette hervorragend zurechtkommen.

Riemen oder Kette?

Merkt man beim Fahren einen Unterschied zwischen Kette und Riemen?

Obwohl der breite Riemen etwas weniger dynamisch daherkommt als die feingliedrige Kette, gibt es kein nennenswertes Plus, was den Widerstand beim Fahren angeht. Bei Fahrrädern mit E-Unterstützung wird jeglicher Zusatzwiderstand ohnehin vom Motor kompensiert.

Riemenantrieb vs. Kettenschaltung: Vor- und Nachteile auf einen Blick.

 Riemen  Kette
     
+Längere Lebensdauer +Bekanntes, bewährtes Prinzip
+Wenig Wartungsarbeiten, kaum Reinigung notwendig +Günstig in der Anschaffung
+Verschleißt nicht so stark bei hohen Lasten +Kettenschaltung bietet dynamischeres Fahrverhalten und für steile Anstiege
+Geringe Unterhaltskosten +Schneller, unkomplizierter Service im Schadensfall
     
-Meist etwas teurer in der Anschaffung -Muss regelmäßig geölt werden
-Weniger sportliches Schaltverhalten -Verschleißt relativ schnell, besonders an E-Bikes
-Radausbau im Pannenfall möglicherweise kompliziert -Macht oft Geräusche beim Fahren

 

In unserer Modellübersicht findest du alle E-Lastenräder von Ca Go mit Riemen und mit Kette. Jetzt entdecken.

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