In fünf Tagen nach Amsterdam – ein Erlebnisbericht
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Eine Gruppe Studierender ist für eine besondere Mission mit Fahrrädern bis Amsterdam gefahren – mit dabei waren auch zwei Lastenräder von Ca Go.
Schokofahrt mit dem Ca Go
Die Idee klang im ersten Moment ziemlich verrückt: Mit dem Fahrrad nach Amsterdam fahren, um Schokolade zu laden und zurück in die Heimat zu bringen. Und doch standen wir Ende Januar mit elf Personen da, darunter acht Studierende der Hochschule Emden/Leer, und planten genau das. Unsere Mission: Klimafreundlich und gemeinschaftlich Fairtrade-Schokolade nach Emden bringen.
Durch die Hochschule sind wir Studierende auf die Schokofahrt aufmerksam geworden und recht schnell fand sich eine motivierte Truppe, die dieses Abenteuer antreten wollte. Routen wurden geplant, Unterkünfte gebucht, Packlisten geschrieben. Dabei zeigte sich, wie viele kleine Entscheidungen getroffen werden mussten, damit am Ende alles funktioniert. Es ging nicht nur darum, von A nach B zu kommen, sondern darum, als Gruppe unterwegs zu sein. Und dann war da noch der Respekt vor der Strecke. Rund 120 Kilometer pro Tag standen auf dem Plan, über mehrere Tage hinweg. Aber uns war klar: Wir ziehen das zusammen durch, in unserem Tempo und mit den nötigen Pausen. Niemand musste perfekt vorbereitet sein, aber alle waren bereit, sich auf dieses kleine Abenteuer einzulassen. Genau das machte den Unterschied.
Ein zentraler Punkt in der Vorbereitung war die Frage, wo wir alle unsere Sachen und auf dem Rückweg auch die 70kg Schokolade verstauen. Die Schokofahrt ist eine gemeinschaftliche Initiative, die jedes Jahr zu einem festen Termin, üblicherweise Anfang Oktober, stattfindet. Menschen aus verschiedenen Städten fahren dabei nach Amsterdam zu den Chocolate Makers, um dort produzierte Schokolade klimafreundlich mit dem Fahrrad in ihre Heimatorte zu transportieren. Der Kakao wird unter fairen Bedingungen angebaut und per Segelschiff nach Europa gebracht, bevor er in Amsterdam verarbeitet wird. Die letzte Etappe übernehmen dann Radfahrer:innen. Für uns gab es in diesem Jahr einen Sondertermin, der besser in unsere Vorlesungszeit passte. Das bedeutete auch, dass wir alleine vor Ort waren und eine sehr persönliche Führung bekamen.
Damit diese letzte Etappe überhaupt machbar wird, spielten die beiden Ca Go Lastenräder eine entscheidende Rolle. Ein Ca Go FS Life mit großer Transportbox und ein Ca Go CS – kompakter und flexibel einsetzbar. Schon beim Packen wurde klar, wie viel Organisation hinter der ganzen Fahrt steckt. Schlafsachen, Kleidung, Verpflegung, Werkzeug, Ersatzteile, persönliche Dinge und im Hinterkopf immer noch die Schokolade selbst. Vieles wurde hin- und hergeräumt, neu sortiert und angepasst, bis alles sinnvoll verteilt war.
Tag 1: von Leer bis in die Niederlande
Vor uns lagen rund 120 Kilometer von Leer bis in die Niederlande. Die ersten Kilometer fühlten sich gleichzeitig leicht und ungewohnt an. Man war noch frisch, aber wusste auch, dass noch viel Strecke vor einem lag. Schon früh zeigte sich, dass nicht alles nach Plan laufen würde. „Abkürzungen“ führten uns über matschige Wege, kleine Umwege kosteten Zeit und Kraft. Doch statt Frust entstanden daraus die ersten Geschichten, über die wir später noch lachen würden. Mit Musikbox, Snacks und viel Gelächter ging es weiter. Gespräche entstanden ganz von selbst, mal tiefgründig, mal völlig absurd.
Unsere Pausen wurden schnell genauso wichtig wie das Fahren selbst. Vor einem Supermarkt füllten wir unsere Vorräte auf, teilten alles miteinander und nahmen uns bewusst Zeit. Dinge, die sonst selbstverständlich wirken, bekamen hier eine andere Bedeutung. Der Wind machte Gespräche schwierig, also wurde einfach lauter gerufen oder nebeneinander hergefahren. In Winschoten legten wir eine Pause in einem Café ein. Verschwitzt, aber zufrieden saßen wir zusammen, tranken Kaffee und merkten: Jetzt sind wir wirklich unterwegs. Es war einer dieser Momente, in denen sich alles richtig anfühlte.
Am Abend erreichten wir unsere Unterkunft erschöpft, aber zufrieden. Müde, hungrig und gleichzeitig glücklich saßen wir zusammen. Es fühlte sich wie ein kleiner Meilenstein an, den wir gemeinsam erreicht hatten.
Tag 2 – Entlang des Ijsselmeers
Am zweiten Tag führte die Strecke durch Naturschutzgebiete, Wälder und später entlang des Ijsselmeers. Die Stimmung war gut, es wurde viel geredet, es lief wieder durchgehend Musik. Man merkte, dass wir langsam als Gruppe zusammenfanden und sich ein gemeinsamer Rhythmus entwickelte. Kleine technische Probleme gehörten dazu. Ketten sprangen ab, Fahrräder mussten repariert werden. Doch es wurde immer gemeinsam angehalten, unterstützt und weitergefahren. Dieses aufeinander Achten machte vieles leichter und gab Sicherheit.
Wir fuhren ein Café an, das leider geschlossen hatte. Trotzdem hatten wir Glück: Wir konnten dort die Akkus der E-Bikes aufladen. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass das einer unserer schönsten Pausenorte war. Direkt am Kanal gelegen, mit Wiese und Sitzmöglichkeiten, war es der perfekte Ort zum Durchatmen. Einige lagen einfach in der Sonne, andere unterhielten sich oder aßen Snacks.
Ein besonderes Highlight war die Strecke am Ijsselmeer. Kilometerlang geradeaus, Wasser auf der einen Seite, Deich auf der anderen. Die Sonne spiegelte sich im Wasser, das Licht wurde immer wärmer. Für einen Moment trat die Anstrengung in den Hintergrund.
Am Ende des Tages machten sich die Kilometer dann doch bemerkbar. Die letzten Streckenabschnitte zogen sich, Gespräche wurden ruhiger. Das Ca Go FS hat eine extreme Reichweite und dadurch konnte die Fahrerin andere aus der Gruppe anschieben, mitziehen und unterstützen. Das war wirklich für die ganze Gruppe eine Entlastung zu wissen, dass wir durch die Ca Go Bikes immer sicher ankommen würden! Müde, aber glücklich erreichten wir dann mit dem Sonnenuntergang Lelystad und die Nudeln mit Tomatensoße zum Abendessen fühlten sich wie ein Festmahl an.
Tag 3 – Auf nach Amsterdam!
Am dritten Tag war das Ziel klar: Amsterdam. Mit leichtem Tagesgepäck machten wir uns auf den Weg. Die Stimmung war gut, wir hatten schon einiges geschafft, und gleichzeitig wussten wir alle, dass dieser Tag etwas Besonderes werden würde.
Die Strecke führte uns erneut teilweise am Ijsselmeer entlang. Der Wind machte es uns nicht immer leicht, aber wir hatten uns inzwischen daran gewöhnt, damit umzugehen. Zwischendurch legten wir eine kleine Pause an einem Strand ein. Schuhe aus, kurz durchatmen und Kraft tanken. Je näher wir Amsterdam kamen, desto voller wurde es. Mehr Verkehr, mehr Menschen, mehr Geräusche und wir mittendrin. Nach den ruhigen Strecken der letzten Tage war das eine Umstellung. Wir mussten dichter zusammenfahren, aufeinander achten und uns gleichzeitig im Stadtverkehr orientieren.
Irgendwann lag ein schokoladiger Geruch in der Luft, der immer intensiver wurde. Wir schauten uns an, mussten ein bisschen lachen. Kurz darauf standen wir tatsächlich vor der Manufaktur der Chocolate Makers.
Dort wurden wir herzlich empfangen. Es gab Kaffee, Wasser und natürlich die erste Schokolade. Erstmal ankommen, durchatmen, alles auf sich wirken lassen. Durch unseren Sondertermin war die Atmosphäre sehr persönlich. Wir konnten viele Fragen stellen, bekamen einen intensiven Einblick in die Produktion und konnten uns alles in Ruhe anschauen.
Danach wurden Bestellungen sortiert, Kisten gepackt, Listen abgeglichen. Schnell wurde klar, dass es mehr Schokolade war als gedacht. Statt 70 Kilogramm waren es am Ende etwa 80. Ein kurzer Moment von „Okay, das wird jetzt sportlich“ ging durch die Gruppe. Wir waren unglaublich froh, die Lastenräder dabei zu haben.
Das Ca Go FS übernahm einen Großteil der Ladung, während auch das Ca Go CS durch seine flexible Bauweise half und überall noch etwas Platz für Schokolade hatte. Es wurde geschoben, gestapelt, umgepackt, bis alles seinen Platz gefunden hatte. Am Ende war alles verstaut. Zwar enger als geplant, aber sicher.
Bevor es zurückging, machten wir noch einen kurzen Stopp beim besten Pommes-Laden in Amsterdam. Eine große Auswahl, viele Soßen und für alle etwas dabei.
Mit vollem Magen und deutlich schwereren Fahrrädern machten wir uns wieder auf den Rückweg. Und wie sollte es anders sein: Der Wind hatte gedreht und wir hatten starken Gegenwind. Jede Person fuhr in ihrem Tempo, die Gruppe zog sich etwas auseinander. Am Abend erreichten wir unsere Unterkunft erschöpft und durchgefroren, aber zufrieden. Wieder gab es gemeinsames Essen und wir fielen müde ins Bett.
Tag 4 – Auf dem Rückweg
Am vierten Tag fiel das Aufstehen nicht ganz leicht. Die Nacht war kühl, die Beine müde, und so richtig wollte niemand sofort aus dem Schlafsack kriechen. Trotzdem ging es weiter. Frühstück, zusammenpacken, Fahrräder beladen. Die Abläufe saßen inzwischen.
Die zusätzliche Last war natürlich spürbar, aber dank der E-Bikes weiterhin gut zu bewältigen. Gerade die Unterstützung der beiden Ca Go-Räder machte hier einen großen Unterschied. Was sich nach viel Gewicht anfühlte, ließ sich trotzdem konstant und ruhig fahren. Wir fragten uns immer wieder, was wir eigentlich ohne das Ca Go FS gemacht hätten, denn es hatte mittlerweile mehr geladen als 20 kg Schokolade. Persönliche Sachen von zwei Personen, wie Kleidung und Schlafsack, Einkäufe der gesamten Gruppe, Erste-Hilfe-Set, Luftpumpe, Ersatzteile – und irgendwo war immer noch Platz für mehr!
Der kleine Stoffhund Julien, unser Maskottchen, war von Anfang an mit dabei und inzwischen fester Bestandteil der Gruppe. Die Banane am Helm, die in Amsterdam noch einfach ein Snack war, entwickelte sich zu einem Running Gag. Es waren genau diese kleinen, absurden Dinge, die die Stimmung oben hielten, während wir weiter vorbei an Feldern, kleinen Orten und Naturgebieten fuhren.
Am Abend erreichten wir unseren Campingplatz mit Zirkuswägen in Wijster. Ein Ort, der irgendwie perfekt zu unserer Gruppe passte. Nach einer warmen Dusche wurde gemeinsam gekocht, gegessen und später noch gespielt, gelacht, diskutiert und einfach die gemeinsame Zeit genossen. Die Gruppe war längst mehr als nur eine Reisegemeinschaft geworden. Man kannte sich inzwischen anders, intensiver, als es im Alltag möglich gewesen wäre.
Tag 5 – Endlich am Ziel
Am fünften Tag stand die letzte Etappe an. Der Gedanke, am Abend wieder im eigenen Bett zu schlafen, motivierte zusätzlich. Gleichzeitig wollten wir unbedingt die Fähre erreichen, um uns ein paar Kilometer zu sparen. Also ging es früh los. Kaum unterwegs merkten wir: Rückenwind. Ein kleines Geschenk nach den letzten Tagen. Die Strecke ging deutlich leichter voran als zuvor, trotzdem blieb der Zeitdruck.
Ein Teil der Strecke führte über einen Deich. Dort wurde es nochmal richtig herausfordernd. Starker Seitenwind machte das Fahren schwierig, und teilweise hatten wir wirklich Sorge, dass es uns von der Strecke drückt. Es erforderte volle Konzentration und gutes Zusammenspiel, aber auch das haben wir gemeinsam gemeistert.
In Winschoten machten wir noch einmal eine Pause im gleichen Café wie auf dem Hinweg. Es fühlte sich ein bisschen surreal an. Gerade noch waren wir gestartet, und jetzt saßen wir wieder hier, mit einer kompletten Reise im Rücken. Dann wurde es ernst: Wenn wir uns beeilten, könnten wir sogar eine frühere Fähre schaffen. Also wurde aus der Fahrt ein gemeinsamer Endspurt. Die letzten Kilometer waren intensiv. Die Akkus wurden leerer, die Beine schwerer, aber alle gaben nochmal alles. Es wurde geschoben, gezogen, Räder wurden getauscht und jeder half mit.
Am Ende war es knapp. Sehr knapp. Aber wir haben es geschafft. Als wir auf der Fähre standen, völlig außer Atem, konnten wir es selbst kaum glauben. Das war Teamarbeit, wie man sie sich nur wünschen kann!
Mit der Fähre kamen wir in Petkum an und dann, plötzlich, das Ortsschild von Emden. Noch nie hat sich ein Ortsschild so gut angefühlt. Die letzten Kilometer zur Hochschule fuhren sich fast von selbst.
Und dann waren wir da. Fahrräder abgestellt, erstmal hingesetzt oder hingelegt. Erschöpft, aber einfach nur stolz. Wir hatten es wirklich geschafft!
Natürlich war damit noch nicht ganz Schluss. Die Schokolade wurde ausgeladen, sortiert und für die nächsten Routen vorbereitet, die in den nächsten Wochen noch anstehen. Aber trennen wollte sich niemand so richtig. Also ging es gemeinsam noch etwas essen und später in unsere Lieblingsbar auf ein Abschiedsgetränk. Ein letzter gemeinsamer Abend, bevor wir aus unserem Abenteuer wieder in unseren Alltag übergingen.
Aber wir sind uns sicher: Wir fahren alle nochmal mit!
Unsere Bikes
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