Einfacher bremsen ist besser bremsen: Sicherheits-Kooperation von Magura und Ca Go
Veröffentlicht am
Sicherer, einfacher, besser: Bremsen-Spezialist Magura geht den nächsten Schritt in der Entwicklung vom Fahrrad zum Fahrzeug – Ca Go geht von Anfang an mit.
Kann man Verkehrssicherheit messen? Das Prüfinstitut Dekra kann es! Und im vorliegenden Fall kamen dabei hochinteressante Ergebnisse heraus. Untersuchungsgegenstand war das neue innovative Bremssystem IBS von Branchenprimus Magura. Der Vorreiter in Sachen hydraulischer Bremsen am Fahrrad hatte die Studie bei der Organisation von Sachverständigen mit Hauptsitz in Stuttgart in Auftrag gegeben. Das rein hydraulische Bremskraftverteilungs-System IBS hatte zwar bereits einen Eurobike-Award abgeräumt, der Markt und die Branche scheinen aber harten Fakten eher zu vertrauen als dem Urteil dieser Jury. Und ganz besonders das unabhängige Urteil einer renommierten Prüforganisation hat hier großes Gewicht, ganz zu schweigen von der anschließenden Verifizierung durch eines der größten Bikemagazine im Handel.
Eine Hand – zwei Bremsen – doppelte Wirkung
IBS steht für Integral Braking System. Kernstück dieser Bremsanlage aus dem Hause Magura ist ein Bremskraftverteiler, der ohne elektrische oder elektronische Steuerung auskommt, also rein mechanisch oder besser hydraulisch funktioniert. Vereinfacht besteht es aus den gewohnten Komponenten einer hydraulischen Bremsanlage: je zwei Bremshebel mit Geberzylinder, je zwei Bremsscheiben mit zugehörigem Bremskörper und Nehmerzylinder sowie einem komplett unabhängigen zweiteiligen Leistungssystem von Geber zu Nehmer. Im Unterschied dazu wird beim IBS der Druck aus dem Griff für die Hinterradbremse durch das Herzstück der Neuerung geleitet und dort dosiert und geteilt. Dieser Bremsdruck wird dann sowohl ans Vorder- als auch ans Hinterrad geleitet. Man bremst also mit einer Hand beide Räder gleichzeitig ab. Das stellt aber noch nicht den großen Vorteil des IBS dar.
Bremsen ohne Nachdenken
Einhandbremsungen haben vor allem für wenig erfahrene Radfahrer den Vorteil, dass sie sich auf die Dosierung der Bremskraft konzentrieren können, ohne an die Verteilung und etwaige Folgen der Überbremsung eines Rades denken zu müssen. Außerdem haben sich viele Biker antrainiert, nur das Hinterrad abzubremsen, weil sie glauben Fehler bei Bremsungen mit zu viel Kraft am Vorderrad führten zu Überschlägen. Dabei ist für gutes und sicheres Bremsverhalten gerade in Notsituationen der Einsatz beider Bremsen von entscheidender Bedeutung.
Das Magura IBS verteilt die Bremskraft zu 70 Prozent an das Hinterrad und 30 zum vorderen. Bei einem klassischen, sportlichen Fahrrad liegt die ideale Bremsbalance deutlich weiter Richtung Vorderrad, das IBS ist aber für Lastenräder optimiert, bei denen je nach Beladungszustand das Hinterrad deutlich mehr Gewicht trägt. Das teils fast komplett entlastete Vorderrad eines Long John-Modell ohne Zuladung zum Beispiel würde damit aber überbremst, die 30-zu-70-Verteilung ergibt also durchaus Sinn.
Unterstützung in Gefahrensituationen
Das IBS-Modul kann noch mehr als nur die Bremskraft verteilen. Der Test der Dekra mit verschieden festen Bremsungen am kombiniert wirkenden Bremshebel beweist: Bei geringen Handkräften fließt kaum Bremsflüssigkeit in Richtung Vorderrad. Das hat laut Auswertung den Vorteil, dass der Rahmen des Bikes bei alltäglichen Standardbremsungen eher gestreckt als gestaucht wird. Besonders im Bereich der Gabelaufnahme und der Gabel selbst entlastet das die Konstruktion des Lastenrads. Mit zunehmend festerer Bremsdosierung bekommt die vordere Bremsanlage verhältnismäßig mehr Anteil an der Gesamtverzögerung. Neben der Materialschonung bringt das außerdem einen nicht zu unterschätzenden Vorteil beim Timing. Da sich die Bremskraft der Hand am Hebel sukzessive aufbaut, spricht die IBS-Anlage immer zunächst das Hinterrad an und erst den Bruchteil einer Sekunde später beide. Gerade bei Notbremsungen hat das einen immens stabilisierenden Effekt, denn der Bremsimpuls hinten zieht sozusagen am Fahrzeug und richtet es damit auf. Es stabilisiert also das Gefährt, ehe es zur harten Bremsung mit beiden Rädern kommt.
Bremsassistent trifft auf Raderfahrung
Erfahrene Radfahrer handeln mit zwei unabhängigen Bremsen ähnlich. Sie richten vor einem abrupten Bremsmanöver das Rad durch Gewichtsverlagerung und Lenkbewegungen auf und bringen es einen stabilen Geradeauslauf. Erst dann betätigen sie beide Bremsen und zwar mit der, je nach Können, exakt richtigen Dosierung der Bremsdrücke für jedes einzelne Rad. Das passiert in Bruchteilen von Sekunden und recht intuitiv, sodass noch Konzentration übrigbleibt, auf partiell rutschige Stellen am Boden oder mögliche Ausweich-Fahrlinien zu achten. Weniger geübte Biker und besonders die mit schweren Lastenrädern sind mit der koordinativ sehr anspruchsvollen Aufgabe und gerade in kritischen Situationen schnell an einer Grenze. Da hilft ein Bremsassistent, sich aufs Wesentliche konzentrieren zu können.
Gemessene Sicherheit – die Ergebnisse der Dekra
Die Dekra und ihre Untersuchung zielten genau auf diese Aspekte ab. Man maß zwar auch Bremswerte auf dem Prüfstand, letztendlich sollte aber die Praxistauglichkeit des IBS-Systems getestet werden. Zusätzliche Feldtests mittels einer Blindstudie mit zwei identischen Ca Go FS200 zeigten eindeutige Tendenzen in die Richtung, die bereits auf dem Prüfstand ermittelt wurden. Eines der Räder war mit dem modernen IBS ausgestattet, das andere nicht. Die Probanden konnten aber nicht sehen, mit welchem Modell sie gerade unterwegs waren. Um die Vielfalt potenzieller Nutzer abzubilden, bestand der Pool an Testfahrer aus Menschen beider Geschlechter von 25 bis 60 Jahren und zudem aus ungeübten bis sehr erfahrenen E-Lastenrad Piloten und Pilotinnen. Folgende Ergebnisse wurden mittels der beiden Ca Go FS ermittelt:
- Konstantes Ergebnis: Bei mehrfach durchgeführten Bremsungen mit genau definierter Kraft am Hinterrad-Bremshebel (40, 60 und 80 Newton) war die resultierende Bremskraft mit IBS in jedem Versuch jeweils gleich. Das zeigt, dass auch mit dem Bremskraftverteiler Bremsungen zuverlässig kalkulierbar und reproduzierbar sind, die Anlage also verlässlich funktioniert.
- Effiziente Bremskraft: In der Summe der resultierenden Bremskraft von Vorder- und Hinterrad auf dem Rollenprüfstand lag der Wert mit IBS rund zehn bis zwanzig Prozent höher, als wenn die gleiche Handkraft nur für hinter oder Vorderrad eingesetzt wurde. Die Aufteilung der eingeleiteten Handkraft wird durch die Aufsplittungen an zwei Räder also nicht vermindert, sondern sogar effizienter genutzt.
- Geringere Fehlerquellen: Die Gefahr eine Überbremsung des Vorderrades durch Unerfahrenheit des Nutzers oder Fehleinschätzung des Untergrundes ist mit IBS deutlich weniger gegeben, da – wenn überhaupt – zuerst das Hinterrad blockieren würde.
- Optionale Bedienung: Bei manueller Zweihandbremsung (wie üblich) erreichen nur geübte Radfahrer die Bremsleistung der Einhandbremsung mit IBS. Werden beide Hebel benutzt, wirkt die Vorderradbremse wie in einem herkömmlichen hydraulischen Bremssystem.
So schlägt sich das IBS System in der Praxis
Sowohl die Dekra als auch das MY BIKE Magazin haben ihre praktischen Erfahrungen mit dem Ca Go FS200 IBS publiziert. Grundlage der Fazits waren in beiden Fällen wiederholte standardisierte Bremsungen aus den für Pedelecs typischen 25 km/h. Auch die MY BIKE Redaktion benutze dazu zwei sonst identische Ca Go FS200, einmal mit und einmal ohne IBS. Den Unterschied zwischen beiden Tests stellten die Probanden selbst dar. Während die Dekra auch völlig unerfahrene Radfahrer einsetzte, waren die Testfahrer des Magazins zwar nicht unbedingt Lastenräder gewohnt, wohl aber den dosierten Einsatz von zwei Bremshebeln an Bikes anderer Gattung. Deshalb kamen die beiden Versuchsreihen wohl nicht zu den identischen Ergebnissen:
- Härtere Verzögerung: Bei den Freifeldversuchen der Dekra wurden neben den Bremswegen, wie bei der MY BIKE, auch die Verzögerungswerte mittels Beschleunigungssensor gemessen. Die über alle Tests gemittelten Werte lagen mit IBS bei 5,8 m/s2, ohne das Magura-System bei 3,5 m/s2. Auf trockener Piste konnte also eine klare Aussage pro IBS getätigt werden.
- Mehr Sicherheit: Auch die Bremswege lagen im Mittel bei der Dekra mit IBS deutlich niedriger. Statt 8,8 Meter für die Notbremsung aus 25 km/h benötigten die Probanden mit IBS durchschnittlich nur 5,9 Meter. Es ist aufgrund der Werte davon auszugehen, dass beide Versuche nur mit einer Hand durchgeführt wurden. Auffällig: Die Probanden mit den längsten Bremswegen ohne IBS lagen mit dem System im guten Mittelfeld. Die Verbesserung scheint also messbar deutlicher, je weniger Fahrerfahrung mit Standardbremsen der Proband hat.
- Am besten für Einsteiger: Bei den Tests des Magazins lagen die Vergleichswerte im Schnitt bei 3,03 Meter mit und 3,10 Meter ohne IBS. Das liegt mit hoher Wahrscheinlichkeit daran, dass die Redakteure gewohnt waren, beide Bremshebel in adäquater Weise zu bedienen. Außerdem waren die Testbikes nicht mit Zuladung versehen wie beim Prüfinstitut, was die deutlich niedrigeren Absolutwerte erklärt.
- Volle Kontrolle beim Bremsen: Zusätzlich zum Test in der Ebene unterzog die Dekra die auf 180 Kilogramm Systemgewicht gebrachten Testräder einer standardisierten, längeren Abfahrt mit verschiedenen realitätsnahen Steilstücken, Kurven- und Verkehrssituationen. Die Probanden votierten hier eindeutig pro IBS, das Zusatzmodul ergäbe „eine gleichmäßigere und kontrollierbarere Verzögerung“. Die automatische Bremskraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterrad führe zu einer erhöhten Fahrstabilität, insbesondere in Kurvensituationen, sowie bei abrupten Bremsvorgängen, so die Dekra.
- Soft-Skills des Magura IBS: Auch die erfahrenen Testredakteure der MY BIKE lobten trotz nicht signifikanter Verbesserung der Gesamtbremsleistung den Zugewinn an Kontrolle und Stabilität. Besonders die verzögerte Bremsung des Vorderrades stelle ein klares Plus dar, weil bei Überbremsungen das Hinterrad grundsätzlich zuerst blockiere. Das lässt sich durch rasches Lösen der Bremse aber gut korrigieren, während ein stehendes Vorderrad quasi unmittelbar zum Unfall führt. Das sollte besonders bei Nässe, schmutzigen Straßen und in Schräglage von Bedeutung sein. Außerdem schätzten die an Topmaterial gewohnten Redaktionsmitglieder den „Luxus von Einhandbremsungen“.
Das Magura IBS Bremssystem am Ca Go FS
Nach der Meinung der Experten und der Daten der Dekra stellt das Magura IBS-System nicht nur eine Vereinfachung des Bremsvorgangs dar, sondern einen echten Sicherheitsgewinn. Gerade an Lastenpedelecs mit ihrem hohen zulässigen Systemgewicht, beim Ca Go FS sind das beeindruckende 225 Kilo, sei ein solches unterstützendes System durchaus sinnvoll. Dass die Dekra den Sicherheitszugewinn höher einstuft als das Fachmagazin liegt vor allem daran, dass bei ihren Tests auch ungeübte Probanden am Steuer waren. Für den ungeübten Radfahrer, so die Dekra, sei es sehr schwer, Beladung, einzelne Radlasten und Untergrund gleichzeitig und unter Zeitdruck einzuschätzen und das in zwei unterschiedlich dosierte Bremsbewegungen umzumünzen. Während die geübten Magazin-Redakteure beim Notstopp fast automatisch beide Bremshebel mit passender Kraft einsetzten, so die Dekra, würden Gebrauchsfahrräder aber im Allgemeinen nicht von erfahrenen Radsportlern bewegt, sondern eben von Alltags-Radlern als PKW-Ersatz genutzt.
Fazit: Lohnt ein IBS-Bremsassistent am Lastenrad?
Ein präzises Gefühl für Fahrsituationen und Bremskräfte haben nur die Wenigsten. Das ist auch der Grund, warum Ca Go zu den ersten und bisher extrem wenigen Anbietern des Systems am Markt gehört. Die Marke steht seit Gründung für ein Maximum an Fahrsicherheit und Insassenschutz. Ein um zweieinhalb Meter kürzerer Bremsweg, wie im Dekra-Gutachten ermittelt, gehört hier eindeutig dazu. Die einfache Bedienung beider Bremsen mit einer Hand und die deutliche Minderung der Gefahr einer Überbremsung lassen unerfahrenen Lastenrad-Piloten mehr Konzentration auf den Verkehr und ihr Umfeld. Außerdem steigt nicht nur der Fahrkomfort, und das sogar im Auge von professionellen Testredakteuren, sonders es sinken zusätzlich die mechanischen Belastungen auf den Rahmen des Bikes. Die Daten der Dekra lassen sogar die Vermutung zu, dass sich durch die gleichmäßigere Verteilung der Bremslast die Abnutzungen der Bremsen und anderer Teile senken, und sich somit die Wartungsintervalle verlängern lassen.
Unsere Modelle
-
FS200 Life Family-Plus – Edition 5
Das vollausgestattete Familienfahrzeug mit E-Antrieb
-
CS200 Exclusive – Edition 5
Höchster Komfort und maximale Flexibilität mit extra Platz für deine Ladung – für alle, die keine Kompromisse wollen.
-
FS200 Vario Open-Pro – Edition 5
Ganz sicher: Der vielseitige Lademeister unter den E-Lastenrädern